SV Thüringer Farbentauben

Rasse des Jahres im Sonderverein:

Thüringer  Mondtaube

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sonderverein Thüringer Farbentauben
Sonderverein Thüringer Farbentauben 

Thüringer Storchtaube

Geschichte der Storchtauben

 

Bereits um 1660 soll der Arzt Georg Horst aus Frankfurt Storch oder Schwingentauben gezüchtet haben, die er aus Holland eingeführt haben soll.

Fürer verfasste einen Aufsatz bereits am 16.1 1858 in der Kortschen Taubenzeitung. Auch Düring erwähnte sie bereits 1885 in seinem Werk „Katechismus der Rassegeflügelzucht“ unter dem Namen Schwingen- oder Storchtaube.

Wenn man früher von Storchtauben sprach, dann immer in den Varianten mit Fußbefiederung glattköpfig, oder kappig (heute die sächsischen Storchtauben), oder den glattfüßigen (unsere heutigen Thüringer Storchtauben), die recht selten oder fast gar nicht vorhanden waren.

 

Als Vorfahren der Thüringer Storchtauben sind die Thüringer Flügeltauben, die Thüringer Schnippen und sicher die Sächsischen Storchtauben zu nennen, die zu damaliger Zeit doch schon recht zahlreich vorhanden waren und als Vorbild der Zeichnung dienten.

Eine sehr große Verbreitung haben die Thüringer Storchtauben in ihrer 250-jährigen Geschichte nie erfahren. Das zeigen auch die Ausstellungszahlen bei den Haupt- oder Gruppenschauen. Auf der letzten HSS standen zwar alle 5 Farbenschläge, aber immer nur in kleinen Kollektionen. Bei uns in der Gruppe werden auch alle Farbenschläge gezüchtet und ausgestellt.

 

Farbenschläge und Figur

 

Am meisten verbreitet und am besten durch gezüchtet ist der schwarze (11) Farbenschlag dicht gefolgt von den Roten(13). Der Gelbe (3) rundet die Lackfarbenschläge der Storchtauben ab. Sie sind aber zurzeit recht selten auf den Ausstellungen zu sehen. Einen Aufschwung erleben die Puderfarbenschläge in Blau (9)  und Blaufahl (9), wobei die Blaufahlen der jüngste Farbenschlag in der Storchtaubenfamilie ist. Auf der letzten HSS wurden 45 Tiere in allen 5 Farbenschlägen gezeigt. Allein daran kann man erkennen, wie selten unsere Storchtauben sind. Jede gezeigte Storchtaube ist ein Juwel. So sollte auch jeder Preisrichter der einmal unsere Seltenheiten bewerten darf die Bewertung vornehmen. Durch die enge Verwandtschaft zu den Flügeltauben (gewisse Körperlänge) und den Schnippen (gewisse Frontbreite und kürzer im Körper) hat unsere Storchtaube so ihre eigene Form bzw. Figur.  Sie liegt also genau zwischen diesen beiden Rassen mit ihrer Figur (nicht so lang wie eine Flügeltaube und nicht so breit wie unsere Schnippen). Bei fast waagerechter Körperhaltung sollten die Züchter noch mehr Augenmerk darauf legen, dass die Storchtauben an Brustbreite bzw. Brusttiefe zulegen. Dadurch wirkt die Brustpartie auch besser gerundet und der Flügelbug ist besser eingebaut. In den Schultern sollten sie recht breit sein. Ebenso ist das Verhältnis Schwingenlänge zu Schwanzlänge bei guter Rückendeckung ein wichtiges Kriterium bei der Bewertung. Man sollte auf eine längliche und gut gerundete Kopfform mit entsprechender Oberkopfwölbung achten. Das Auge der Storchtaube ist dunkel, weil es im weißen Farbfeld liegt. Es wird geziert durch einen schmalen fleischfarbigen bis roten Augenrand. Hier wirken sich auch die Schmalzkiele, die bei der Bewertung keine Beachtung finden, auf die Intensität der Randfarbe aus.    

Da unsere Storchtauben teilweise Halbschnäbler sind, wird der Oberschnabel bei Schwarz und Blau schwarz verlangt. Auch die Nagelfarbe kann dadurch hellhornfarbig oder schwarz sein. Bei den Blaufahlen ist der Oberschnabel hellhornfarbig, wird aber im Standard nicht weiter erwähnt. Bei Roten und Gelben ist der Oberschnabel natürlich fleischfarbig. Angelaufene oder fleckige Unterschnäbel, bzw. Oberschnäbel bei Roten und Gelben sind fehlerhaft. 

 

 

Farbe und Zeichnung

 

Die Storchtauben gehören zu den Weißgrundigen Farbentauben. Das bedeutet, dass als Hauptfarbe weiß vorherrscht. Farbig sind die Schnippe, die an der Schnabelwarze beginnt und bis zur Mitte der Augen( von oben gesehen) reichen sollte. Sie soll birnenförmig wirken und nicht bis an die Schnabelwinkel heranreichen.

Weiterhin sind die 10 Handschwingen und die ersten 3-5 Armschwingen farbig. Dazu die 4 Klappen oder Daumenfedern, die unteren kleinen und mittleren Flügeldeckfedern, die dann die so genannte Blume der Storchtauben bilden.  

Von außen betrachtet ist das Zeichnungsbild der Storchtauben eher schlicht. Dafür gestaltet sich die Zucht eindeutig schwieriger. Durch Ausgleichspaarung kann man bei den farbigen Schwingen ein wenig gegensteuern. Doch setzt man in der Zucht viele gutgezeichnete Tiere ein, bekommt man schnell Probleme mit mehreren weißen Daumenfedern. Auch die Oberschnabelfarbe verliert sich dadurch und die Schnäbel hellen in den Leisten auf.

Aber aus meiner Zuchterfahrung kann ich sagen, dass einen die Storchtauben in der Nachzucht immer wieder überraschen. Die Bandbreite ist von  fast einfarbigen weißen Tieren bis fast perfekt gezeichnete Flügeltauben. Auch  ein gut gezeichnetes Tier muss erst durch geschicktes Putzen der Schnippe und der Blume für den Ausstellungskäfig vorbereitet werden.

 

 

 Anmerkungen für Preisrichter

 

Im unserem SV war man sich bereits vor Jahren einig, die Storchtauben besonders zu fördern. Um mehr Tiere auf den  Ausstellungen zu präsentieren, entschloss man sich, den Storchtauben eine weiße Daumenfeder zu erlauben. Das heißt, haben die Lackfarbenschläge Schwarz, Rot und Gelb eine weiße Daumenfeder können sie noch mit bis zu 95 Punkten bewertet werden. Die Blauen und Blaufahlen gar bis zur Höchstnote. Dies ist eine interne Regelung im SV und nicht im Standard  verankert. Auch sollten die PR bei den Daumenfedern genauer hinschauen. Oft wird die eine oder andere Feder gezogen um das Farbbild der Blume nicht zu beeinträchtigen. Wer einmal Storchtauben bewerten darf, sollte auch die Zusammenhänge der extremen Zeichnung mit der natürlichen Farbstoffverdrängung kennen, damit er mit viel Fingerspitzengefühl sein richtungsweisendes Urteil fällen kann.

Ich hoffe mit meinen Ausführungen konnte ich Ihnen die Storchtauben ein wenig näher bringen und habe bei einigen Züchtern das Interesse an dieser doch einmaligen Rasse wecken können.    

 

Text: Thomas Oberkersch

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